Rhythmusinstrumente im Schamanismus

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Die Schamanentrommel ist weltweit verbreitet, und dennoch gibt es kulturell bedingte Ausnahmen. Manche südasiatische Schamanen verwenden ein einseitiges Saiteninstrument, das rhythmisch angerissen oder gezupft wird. Dieses Instrument erzeugt wie die Trommel neben dem typischen 3- bis 7-Hertz-Grundton eine Vielfalt an Oberwellen, die zwar für die Herbeiführung einer Trance ohne Bedeutung sind, sich aber sehr positiv auf die Inhalte der
Trancearbeit auswirken. 

Von nordaustralischen Aborigines wiederum werden als reines
Rhythmusinstrument meist Klanghölzer verwendet. Die fehlenden Oberschwingungen werden bei dieser Variante durch die variationsreichen Brummtöne eines begleitenden Didgeridoos ersetzt.
Dieser 3- bis 7-Hertz-Rhythmus wird von vielen Stammesschamanen als Pulsschlag von Mutter Erde bezeichnet, und mit dieser Benennung scheinen sie tatsächlich einen Wesenszug unseres Planten zu charakterisieren. Vor rund einem Jahrzehnt haben Geophysiker mit ihren höchst sensiblen Meßinstrumenten und Meßmethoden herausgefunden, daß die Erde als
Ganzes atmet. Sie dehnt sich dabei rhythmisch um einige Zentimeter aus und zieht sich wieder zusammen. Dieser Atemrhythmus oder auch Herzschlag der Erde (Schuhmann Resonanz – http://sprite.gi.alaska.edu/schuchar.htm) liegt, so die wissenschaftlichen Ergebnisse, genau im Frequenzbereich der geschlagenen Trommel.
Bisher wurde in diesem Abstract stets von schamanischer Trance berichtet, denn diese Bezeichnung ist kurz und gebräuchlich, auch wenn sie im eigentlichen Sinn nicht uneingeschränkt zutreffend ist. Unter Trance kann vielerlei verstanden werden. Ihr Spektrum umfaßt tiefe hypnotische Trance ebenso, wie die Trance eines Schlafwandlers, bis hin zu narkotischen Zuständen. Von Trance kann auch bei einer bewußt durchgeführten Meditation gesprochen werden. Und selbst hier ist zu differenzieren, um welche Art der Versenkung es sich handelt. Die schamanische Trance hat mit dem obengenannten jedoch sehr wenig zu tun. Am ehesten ist sie noch mit dem Bewußtseinszustand bei einer Mantrameditation vergleichbar. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollte daher korrekterweise nicht von schamanischer Trance sondern besser vom schamanischen Bewußtseinszustand gesprochen werden. Der Kürze und Gängigkeit wegen soll jedoch der Begriff Trance weiter verwendet werden. Dieser Zustand
ist jedoch nichts Außergewöhnliches oder gar Exotisches; fast alle Menschen haben ihn schon oft – allerdings meist unbewußt – erlebt. Denn es ist ein wesentliches Kennzeichen des schamanischen Bewußtseinszustands, daß dabei der Verstand vollkommen klar ist und zu jeder Zeit selbstbestimmt und gezielt gehandelt werden kann. Diese Art Trance läßt sich auch jederzeit willentlich beenden. Die schamanische Trance unterscheidet sich in ihrem Wesen
nach nicht sehr vom Alltagsbewußtsein, nur sind die Erlebnisinhalte deutlich andere.

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