Familienaufstellung Kinder

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Nürnberg / Fürth: Wer als Erwachsener Erfahrung mit Familienaufstellung / Familienstellen hat, wird verstehen, dass diese Art der Aufstellung mit Stellvertretern für Kinder nicht geeignet ist. Wie man dennoch eine Aufstellung für diese Mitglieder der Familie ohne Stellvertreter für das Kind durchführen kann, bzw. von mir durchgeführt wird, zeige ich hier in  diesem Video.

Halten wir uns bitte vor Augen, dass es um die Bedürfnisse, die Fragen und Probleme der Kinder nicht nur in der Familie, sondern auch in anderen Situationen geht, wofür wir als Erwachsene die Verantwortung tragen. Wenn Kinder auffälliges Verhalten zeigen, ist es die Aufgabe der Eltern, herauszufinden, woran es liegt. Das gestaltet sich jedoch oftmals sehr schwierig, weil Kinder auch wenn sie das Gegenteil nach außen zeigen, in ihrem innersten ihre Eltern lieben und diese nicht belasten wollen.

Zudem denken Kinder anders als Erwachsene, die Wahrnehmung der Welt, wie Kinder sie wahrnehmen ist abhängig vom Alter jeweils eine ganz andere als die von Erwachsenen. Und wenn ein Kind in seiner Wahrnehmung eine Krise erlebt, heißt das nicht, dass wir die selbe Situation ebenfalls als Krise wahrnehmen.

Um mit Kindern so agieren zu können, dass sie ihre Gefühle, ihre Emotion, ihre unausgesprochenen Gedanken offenbaren, geht der beste Weg über spielen. In der Familienaufstellung wie ich sie für und mit Kindern durchführe, gibt es keine Dramen, keine Tränen, sondern spielendes Darstellen der Belastungen, der Wünsche und der Hoffnungen vom Kind und wie Lösungen gelingen können.

Erfahrungen aus Aufstellungen:

Im systemischen Denken geht man davon aus, dass Kinder  sehr stark mit den Eltern verbunden sind. Auf einer sehr hohen Ebene, also nicht immer in der erlebten Realität, sind sie unabhängig von ihren Verhältnissen oder dem Verhalten der Eltern und Geschwister in großer Liebe. Auf dieser hohen Ebene wollen sie den Erwartungen der Eltern entsprechen und haben ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Leider übernehmen sich dabei oft Kinder, wollen helfen, wollen aus dieser Verantwortung heraus Aufgaben übernehmen, für die sie noch zu jung sind. Und leider ist es oft so, dass wenn es Probleme in der Familie gibt, sich Kinder auf dieser hohen, unbewussten Ebene Mitverantwortlich fühlen, dass sie versuchen Schaden abzuwenden oder wieder gut zumachen. Ich weiß dass es der Erfahrung vieler Eltern in der Realität widerspricht, aber ich spreche hier vom Seelenleben. Wenn man ansatzweise bereit ist, dieses Erfahrungsmodell zu akzeptieren und sich dann das Verhalten des Kindes ansieht, gewinnt man eine ganz andere Perspektive, aus der einem manches klarer erscheint.

Ausgleich innerhalb der Familie, des Familiensystems

Vielleicht hast Du es schon gehört, dass jemand sagte: „Der ist wie der Opa“ oder „wie die Oma“.  Hiermit sind wir bereits bei den Vorfahren von dem betreffenden Kind. Eine Familie ist vergleichbar mit einem System. Innerhalb eines Systems gibt es Aufgaben die wahrgenommen werden. Wird eine Aufgabe von einem Mitglied des Systems nicht wahrgenommen, muss es von einem anderen Mitglied übernommen werden, damit das System stabil bleibt. Dies geschieht notfalls Generationen übergreifend. So kann es kommen dass Kinder und Kindeskinder mit sagen wir, unerledigten Aufgaben der Vorfahren zur Welt kommen. Dieser Gedanke scheint zunächst abwegig, die Erfahrung zeigt jedoch dass dem so ist, auch wenn man es nicht glauben kann, aus einem Nichtwissen  heraus.
Etwas nicht wissen oder nicht glauben wollen bedeutet nicht, dass es richtig ist, sondern einfach nur Unvermögen, etwas anzunehmen, was man nicht weiß. Es gibt Ordnungen im Universum, die man nicht verstehen muss, sie sind dennoch Gesetz.

Das erste Kind übernimmt auf der besprochenen hohen Ebene sehr oft die Verantwortung für die jüngeren Geschwister und übernehmen die nicht erledigten Aufgaben der Großeltern. Wenn man sich Schicksalsschläge anschaut, wird man erstaunt feststellen, dass diese oft in selben Alter geschahen, wie bei den Großeltern. Und ein Einzelkind übernimmt sehr oft die seelischen Aufgaben der Eltern.

Das zweite Kind übernimmt auf der besprochenen hohen Ebene sehr oft einen Ausgleich für das was den Eltern im System fehlt. Das können Aufgaben des Vaters sein, die der Sohn übernimmt, bei der Tochter die Mutter, einen verlorenen Partner usw. Dass es im Erwachsenenalter dann bei den Beziehungen Probleme geben wird, lässt sich auch für den Laien erahnen, weil die Spur bereits gelegt ist.

Das dritte Kind übernimmt auf der besprochenen hohen Ebene sehr oft einen Ausgleich für das, was bei den Eltern an seelischen Aufgaben nicht gelöst wird. Der Sohn für die Vater-Linie, die Tochter für die Mutter-Linie.

 

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